Die ersten Jahre
Man schrieb das Jahr 1975. Der 1. FC Union blamierte sich gerade in der Aufstiegsrunde zur Oberliga gegen solche Größen wie Dynamo Schwerin, Wismut Gera, Energie Cottbus sowie Chemie Leipzig und belegte abgeschlagen den 5. und letzten Platz. Der Name des damaligen Trainers Dieter Fietz lässt noch heute jeden alten Unioner erschauern.
Einige Kilometer westlich der Alten Försterei feierte das bekannteste Bauwerk Berlins gerade Bergfest, keiner ahnte damals etwas davon, dass 14 Jahre eine halbe Ewigkeit bedeuten können.
Jedenfalls fällt in den Frühling des Jahres 1975 die Gründung der VSG Union 75, ein paar Fußballverrückte gründeten an irgendeinem Abend in einer heute noch existierenden Kneipe unweit des Humannplatzes so etwas wie einen Verein - immerhin mit einem Namen, die Farben waren natürlich rot und weiß. Einen Fußballplatz fanden sie außerhalb von Berlin, das ist ja bekannt: es begann mit einer Wiese ...
Als gesichert gilt heute das Datum unseres ersten Spieles: 30. Mai 1975, der 29. Geburtstag unseres Mitgründers Kurt Wagner, genannt Kutte, dem wir es zu verdanken haben, dass zumindest unsere fußballerische Heimat Königs Wusterhausen wurde. Das Spiel gegen die Mannschaft der dortigen Blindenschule war jedenfalls unser erster fußballerischer Höhepunkt. In der Besetzung Winfried Deutges im Tor, Heribert Liedke, Rupert Liedke, Wolfram Adler, Kurt Wagner, Jürgen Jahnert und Claus Müller taten wir uns lange Zeit sehr schwer. Nach eine Viertelstunde waren die Schüler in Führung gegangen, beim Halbzeitpfiff nach 30 abwechslungsreichen Minuten stand es immer noch 1:0. In der zweiten Halbzeit mussten die favorisierten Unioner alles nach vorn werfen, denn das allererste Spiel wollte man natürlich nicht verlieren. Erst sechs Minuten vor Ende der Partie fiel der Ausgleich, und drei Minuten später glückte sogar noch der 2:1-Siegtreffer, beide Tore wurden erzielt vom vorbildlich kämpfenden R. Liedke.
Nach diesem spannenden Auftaktspiel gab es in den 70er Jahren noch mehrere Vergleiche mit der Mannschaft der Blindenschule, die meist gewonnen werden konnten, und einige Spiele gegen andere Mannschaften. Jeden Dienstag trafen wir uns mit den dortigen Schülern zum Fußballspielen, im Winter nutzten wir die kleine alte Sporthalle, wo mit einem 1 kg schweren Medizinball Fußball gespielt wurde.
Inzwischen waren auch Holger Stüwe, Frank Titze und der ehemalige KWer Schüler Marco Wiegand zum Verein gestoßen. Damit war das Sextett an Spielern komplett, die heute noch so etwas wie den harten Kern der VSG Union 75 darstellen: neben diesen dreien sind das R. Liedke, H. Liedke und Detlef Adler.
Gesamtbilanz: 17 Spiele, 13 Siege, 2 Unentschieden, 2 Niederlagen, 106:50 Tore
19 Spieler wurden eingesetzt, am häufigsten R. Liedke und H. Liedke (je 16 Spiele), Wagner (14), W. Adler (13), D. Adler (12). Die meisten Tore schossen H. Liedke (24 Tore), W. Adler (17), R. Liedke (16), Müller und Titze (je 8).


